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Start Südmährer Wer wir sind
Wer wir sind

 

Die Bevölkerung

Nach der Volkszählung von 1930 hatte Südmähren 220 000 Einwohner; davon waren 87% Deutsche. Die deutschen Südmährer gehören dem niederbayerischen Sprachtum an; sie haben seit der beginnenden Besiedelung im 11. und 12. Jahrhundert durch die Babenberger über Jahrhunderte hinweg ihre ui-Mundart, das ”Niederbayrisch” ihres Stammlandes, bewahrt.


Die Vertreibung

Unter unmenschlichen Verhältnissen wurden die Deutsch-Südmährer teils 1945 nach Österreich, die übrigen 1946 nach Deutschland vertrieben. In das gewaltsam entvölkerte Land kamen 1945 und später tschechische und slowakische (meist berufsfremde) ”Neusiedler”. Sie konnten den Verfall der einst blühenden Landwirtschaft nicht aufhalten. Viele Höfe, an der Grenze sogar ganze Dörfer, ließ man zugrunde gehen. Das seit 1948 veränderte Gesellschaftssystem begünstigte diesen Prozeß. Statt bodenständige Bauern prägen nun Kolchosenwirtschaften das Land; es hat sein organisch gewachsenes Antlitz, es hat seine Seele verloren. Daran hat sich auch seit 1990 kaum etwas geändert.


Vertretung der Südmährer

Schon 1948 fanden sich heimattreue Südmährer aus den Heimatkreisen Neubistritz (Südböhmen), Zlabings, Znaim und Nikolsburg zusammen und gründete den “Südmährischen Arbeitsausschuß", aus dem der “Südmährische Landschaftsrat” hervorging, der die in Deutschland lebenden Landsleute heimatpolitisch und praktisch betreut.

Sprecher der Südmährer ist heute Franz Longin, Stuttgart.

Eine der wichtigsten Aufgaben sah der Südmährische Landschaftsrat von Anfang an in der Pflege, Sammlung, Erhaltung und Überlieferung deutsch-südmährischen Kulturgutes. In Verbindung mit der 1949 eingerichteten Geschäftsstelle entstanden so ein südmährisches Archiv, eine Bücherei mit über 15.000 überwiegend heimatbezogenen Bänden, eine Trachtensammlung und ein südmährisches Landschaftsmuseum. Heute befindet sich die Geschäftsstelle mit Archiv, Bücherei und Museum im “Alten Rathaus”, Hauptstr. 19 in 75304 Geislingen/Steige. Jedermann kann Bücher ausleihen bzw. das Museum besichtigen.